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Energiewende zu mehr Wohlstand

Hannover, 25.10.12

„Die Energiewende begründet ein neues Wohlstandsmodell und wird damit zur zentralen Gestaltungsaufgabe von Kirche und Gewerkschaft.

Sowohl Kirche als auch Gewerkschaft sollten endlich ihre Orientierungsfunktion wahrnehmen und für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen“, so Prof. Dr. Bernd Heins, Direktor des INEP-Institut Oldenburg gGmbH, welches zusammen mit dem Arbeitsfeld Kirche und Umweltschutz des Hauses kirchlicher Dienste der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers in Hannover einen Dialogprozess zu der Frage „Begründet die Energiewende ein neues Wohlstandsmodell?“ durchführte. Das Institut, das schon lange an der Schnittstelle zwischen Kirche und Gewerkschaft arbeitet, hatte Dr. Fritz Erich Anhelm, ehem. Direktor der Evangelischen Akademie Loccum, gewonnen, zusammen mit Vertretern von Gewerkschaften, Kirchen und Naturschutzverbänden Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende, den dafür notwendigen Transformationsprozess im Spannungsfeld von ökonomischer Effizienz, sozialer Absicherung und ökologischer Suffizienz und die Möglichkeiten der politischen Gestaltung von Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in der Energiewende zu diskutieren.

Prof. Bernd Heins

 

„Wachsen muss die Bereitschaft zur Positionierung“, so Kristine Ambrosy-Schütze, Umweltbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg, „und Wandel sollte nicht über Verzicht definiert werden“.

Laut Dr. Jochen Luhmann, freier Mitarbeiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, ist das aktuelle Wirtschaftssystem finanzgetrieben, was ein finanzmarktabhängiges Denken erfordert. Dieses Wirtschaftssystem bedarf einer Änderung. Für Michael Müller, ehemaliger Staatssekretär im Bundesumweltministerium, gibt es eine ökologische Grenze des Wachstums. Er hält fest, dass Deutschland keine systematische Energiepolitik hat, vielmehr wird die Energiewende lediglich taktisch und nicht konzeptionell diskutiert.

 

Sowohl Reinhard Benhöfer, Umweltreferent des Hauses Kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannover, als auch Katja Breyer vom Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen zeigen Schnittstellen auf zwischen Kirche und Gewerkschaften. Für Katja Breyer ist die Energiewende eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe, bei welcher es nicht zuletzt um Verteilungsgerechtigkeit geht, und zwar um eine gerechte Verteilung der Lasten. Reinhard Benhöfer zeigt am praktischen Beispiel auf, wie sich die Landeskirche Hannover pro aktiv aufstellt. Beispielsweise vergibt sie keine Pachtverträge mehr, in denen sich die Pächter nicht klar zur Einhaltung der Fruchtfolge verpflichten, so wird die Zerstörung der Böden durch die Monokultur vermieden.

 

Michael Müller v.l.: Fritz Anhelm, Jochen Luhmann, Katj aBreyer
v.l.: Fritz Anhelm, Helmut Horn, Kristine Ambrosy-Schuetze

 

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