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Projekt: Gute Dienstleistungen und gute Dienstleistungsarbeit im ländlichen Raum

INEP-Institut legt Endbericht zum Vorhaben vor

Für das im April 2015 abgeschlossene Projekt „Gute Dienstleistungen und gute Dienstleistungsarbeit im ländlichen Raum – Alternative Organisationsformen im Handel, in der Gesundheit und Pflege, in der Mobilität“ hat INEP den Endbericht vorgelegt. Ziel des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Vorhabens war es, Lösungsmodelle für eine ausreichende zukünftige Versorgung des ländlichen Raums mit Dienstleistungen zu erarbeiten.

 

Wo liegen die Probleme und Herausforderungen in der Entwicklung des ländlichen Raums? Welche neuen Möglichkeiten und Organisationsformen zur Gestaltung der Dienstleistungen im ländlichen Raum gibt es? Welche Geschäftsmodelle erweisen sich unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten als zielführend für eine Revitalisierung des ländlichen Raums? Diese Fragen standen am Beginn des Projekts. Mit Hilfe zahlreicher Experteninterviews und der systematischen Auswertung von Literatur fand INEP schließlich Antworten auf diese Fragen:

 

Als Hauptakteur identifizierte das Projektteam die BürgerInnen selbst, die mit ihren Initiativen die Zukunft ihres Lebensumfeldes sichern. Sie organisieren sich in Vereinen und Genossenschaften und bieten oft ehrenamtlich Dienstleistungen an. Doch auch Unternehmen und die Kommunen spielen in ländlichen Gebieten eine wichtige Rolle.

 

Dorfläden sind ein Beispiel für ein nachhaltiges Geschäftsmodell im ländlichen Raum. Ihr primäres Ziel ist nicht der Profit, sondern die Versorgung vor Ort. Kooperationen mit regionalen Erzeugern stärken den Wirtschaftskreislauf.

Seniorengenossenschaften können dabei helfen, Defizite in der Mobilität sowie in Pflege und Gesundheitsversorgung für die ältere Generation auszugleichen. In beiden Bereichen ist die Abwanderung aus der Fläche akut. Angebote müssen hier gebündelt werden, beispielsweise mit Bürgerbussen oder Versorgungszentren.

 

Die Digitalisierung, dies ergab die Recherche im Rahmen des Projekts, ermöglicht die nötigen flexibleren Angebote. Digitale Dienstleistungen können die Versorgung vor Ort ergänzen. Bei der Mobilität können Apps private Angebote und öffentliche Verkehrsmittel vernetzen. Ebenso kann das Carsharing im ländlichen Raum marktfähiger gestaltet werden.

 

Mit dem Dorfkümmerer/der Dorfkümmerin und dem Projektentwickler/der Projektentwicklerin für Seniorengenossenschaften liefert der Endbericht schließlich zwei konkrete zu besetzende Posten. Die Dorfkümmerer/-innen betrachten den Gesamtprozess der nachhaltigen Entwicklung ihres Ortes und vernetzen sich mit ihresgleichen. Sie erschließen Möglichkeiten für die Beantragung externer Fördermittel zum Beispiel von der Europäischen Union. Das Modell des Projektentwicklers/der Projektentwicklerin für Seniorengenossenschaften ist den Energiegenossenschaften entlehnt. Fortbildungen vermitteln Kompetenzen in der ärztlichen, pflegerischen und pflegebegleitenden Unterstützung älterer Menschen. In der Genossenschaft entstehen aus diesen Kenntnissen dann Geschäftsmodelle.

 

Insgesamt lieferte das Projekt zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Sicherstellung einer Versorgung des ländlichen Raums mit Dienstleistungen, die den Ansprüchen der ökonomischen, sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit gerecht werden. INEP definiert und benennt Instrumente und Modelle, die von großem Nutzen für das Dorf der Zukunft sein können.

 

Der vollständige Endbericht kann hier abgerufen werden


 

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