Workshop „Schöpfungsverantwortung konkret – Praktische Wege zur E-Mobilität in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen“

TeilnehmerInnen fordern kircheninterne Vernetzung zum Thema E-Mobilität

 

Rainer Gritzka, Geschäftsführer der WGKD und Rüdiger Rentzsch, Verwaltungsdirektor der ev. Kirche Rheinland-Pfalz, Landeskirchenamt (von links nach rechts).

 

Sonja Erdmann, Klimaschutzmanagerin und Umweltreferentin im Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannover.

Das INEP Institut und die Wirtschaftsgesellschaft der Kirchen in Deutschland (WGKD) hatten zum Workshop „Schöpfungsverantwortung konkret – Praktische Wege zur E-Mobilität in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen“ am 17. Februar 2016 nach Hannover eingeladen. Vorgestellt wurden bisherige Erfahrungen aus der E-Mobilitätspraxis vor Ort und das INEP-Konzept samt Optionen zu seiner Umsetzung, darunter das mit der Berliner SUNFarming GmbH erarbeitete Contracting-Modell.


E-Mobilität ist das nachhaltigste Konzept zur CO2- Reduzierung im Verkehrsbereich und damit ein wichtiger Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels und zur Energiewende. Das gilt trotz der bisher existierenden Hemmnisse wie dem überteuerten Angebot bei E-Fahrzeugen, der begrenzten Reichweite von Batterien und der Unterversorgung mit Ladestationen. Diese Barrieren können nur überwunden werden, wenn sich E-Mobilität in der Breite und unter ökonomisch vertretbaren Bedingungen durchsetzt.


Nicht jede Form der E-Mobilität erfüllt die Voraussetzungen für eine wirklich nachhaltige Perspektive. Der Bezug des Stroms aus dem Netz, soweit es nicht reiner Grünstrom ist, ist wegen der noch hohen Anteile von fossilen Brennstoffen bei seiner Erzeugung über längere Zeit keine Garantie für die CO2- und Schadstoffreduzierung. Der zurzeit optimale und günstigste Weg ist die Nutzung von Eigenstrom aus Solarenergie.


Das INEP Institut Oldenburg hat ein Konzept entwickelt und erprobt, das die Nutzung von E-Mobilität in allen drei Aspekten der Nachhaltigkeit (ökologisch, ökonomisch und sozial) zur Grundlage der praktischen Umsetzung in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen macht.

Auf dem Workshop wurden mit dem Projekt „elektrisch mobil“ der Erzdiözese Freiburg und dem Projekt „Fellbach Zero Plus“ des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme zunächst zwei wegweisende Ansätze zur praktischen und innovativen Umsetzung von E-Mobilitätsvorhaben vorgestellt.
Im Anschluss präsentierte Carl-Hermann Hilker das von der Firma SUNFarming entwickelte Contracting-Modell. Dieses ermöglicht es Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen, bei Stromerzeugung mittels Photovoltaik auf Liegenschaften der Einrichtungen und Mindest-Eigenverbrauchsquoten verschiedene Typen von E-Fahrzeugen zur Nutzung zur Verfügung gestellt zu bekommen.
In der Mittagspause bot SUNFarming den TeilnehmerInnen die Möglichkeit in einem Fahrzeug der Firma Tesla sowie einen VW e-up! E-Mobilität praktisch zu erfahren.


Im Anschluss stellten Prof. Dr. Bernd Heins und Iris Tuttlies vom INEP Institut in ihrem Vortrag zum Thema „Das INEP Strategie- und Machbarkeitskonzept zur planvollen Einführung von E-Mobilität“ das vorgestellte Contracting-Modell in einen breiteren Zusammenhang und erläuterten unter anderem die Ergebnisse ihrer Beratungstätigkeit zur Einführung von E-Mobilität in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen, so etwa in der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau.


Danach waren die TeilnehmerInnen aufgefordert in zwei Gruppen die vorgestellten Praxiserfahrungen und Potentiale der E-Mobilitäts-Nutzung zu diskutieren, Anknüpfungspunkte für die eigene Arbeit zu finden und praktische Schritte für einen möglichen Einstieg in die E-Mobilität im eigenen Tätigkeitsbereich zu identifizieren.


Die WorkshopteilnehmerInnen sprachen sich hier unter anderem für eine kircheninterne Vernetzung zum Thema aus. Weiter regten sie die Einführung eines kirchlichen Mobilitätsmanagementsystems an und plädierten für Testmöglichkeiten von E-Fahrzeugen und Schulungen um Ängste zu nehmen und Vorbehalte auszuräumen. Diese Bemühungen sollten durch entsprechende Imagekampagnen unterstützt werden. Das vorgestellte Contracting-Modell traf auf positive Resonanz und sollte nach Meinung der TeilnehmerInnen breiter publik gemacht werden. Sie wünschten sich zudem individuelle Anpassungsmöglichkeiten je nach eigener Situation und eigenem Bedarf. Die TeilnehmerInnen sprachen sich auch dafür aus, das Thema E-Mobilität in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen in zukünftigen Veranstaltungen weiterzuverfolgen. Das INEP Institut und die WGKD bekräftigten ihr Interesse, diesem Wunsch nachzukommen.

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